„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, sagt ein altes Sprichwort und meint: Der Umgang mit den Huftieren sorgte für Freiheit und Entspannung, für Verbundenheit mit dem tierischen Lebewesen und für eine positivere und selbstbewusstere Lebenseinstellung. Genau das können die Mädchen und Jungen der DRK-Kindertageseinrichtung Herz über Kopf nur bestätigen. Denn: die Altersgruppe der angehenden Schulkinder nimmt regelmäßig seit Jahren am Projekt „Erlebnis Pony“ teil. Auf der Anlage der erfahrenen Reiterlebnispädagogin, Hippolini-Lehrkraft und Reittherapeutin, Tanja Paulsen, dürfen sie sich den Traum von der Nähe zu den kleinen Pferden erfüllen. In wöchentlichem Rhythmus sind die Mädchen und Jungen insgesamt fünfmal jeweils für eine Stunde vor Ort und erfahren Schritt für Schritt, dass Ponys keine Stofftiere sind, sondern richtige Lebewesen. Mit Bedürfnissen, die es zu erfüllen gilt, aber ebenso mit vielen kleinen Glücksmomenten auch für die ängstlichsten Kids.
Einrichtungsleiterin Ina Ammon weiß: „Gerade in diesen Stunden bauen die Kinder dort ihre sozialen, motorischen, sprachlichen und körperlichen Wahrnehmungen weiter aus. Das Angebot ist inklusiv angelegt, sodass auch Mädchen und Jungen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen teilnehmen können.“
Ein geregelter Ablauf an den Projekttagen ist längst eingespielt. Die Kinder fahren begleitet von einer Fachkraft der DRK-Kita mit dem Versmolder Bürgerbus zum idyllisch gelegenen Hof. Dort geht das Programm stets mit einem Begrüßungslied los, ehe Tanja Paulsen kindgerecht erklärt, was beim Treffen ansteht. „Und dann werden die Ponys begrüßt, die Kinder wissen, sie dürfen nicht hektisch und laut sein, sondern halten die Faust an die Nüstern der Tiere, damit diese schnüffeln können“, beschreibt Ina Ammon. Gemeinsam würden die Ponys geputzt und gebürstet, dabei gäbe es vielerlei Informationen über die richtige Nutzung der Kämme und Bürsten. „Wie hält man ein Pferd artgerecht, wie zeige ich einem Pony, in welche Richtung es gehen soll, was fressen die Tiere – solcherlei Fragen stehen im Mittelpunkt. Dabei wird auf spielerische Weise ausprobiert – und auch mit Arbeitsblättern protokolliert. Zum Ende der Stunde verabschieden sich die Kinder mit einem weiteren Lied“, erzählt die Leiterin. Damit ist es aber noch lange nicht genug in diesem Projekt, denn natürlich darf auch geritten werden. Meistens seien zwei Ponyss im Einsatz, die von Tanja Paulsen und einer Helferin zusammen mit einem Kind geführt werden.
Unterdes ist die begleitende Fachkraft mit den weiteren Kids ebenso aktiv, sei es mit den Arbeitsbögen im theoretischen Teil, sei es in Sachen Futterzubereitung für die Huftiere durch das Schneiden von Obst und Gemüse. Der Abschlusstag der Projektzeit bietet den Kindern stets eine Kutschfahrt durchs Versmolder Bruch. Zur Erinnerung gibt es Buttons, die die kleinen Teilnehmer selbst bemalen konnten, und Urkunden unter dem Titel „Der kleine Ponyersteher“.
Ina Ammon: „Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht, weil das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz fördert, in dem das vergnügliche Reiten und die Kutschfahrt nur ein Mosaikstein als Anreiz sind. Hier wird die Sprache gefördert, in dem die Erwachsenen die Kinder durchgehend sprachlich begleiten, alle Übungen regen auch zum verbalen Austausch an. Außerdem wird die soziale Wahrnehmung geschult, weil die Mädchen und Jungen alle Übungen in Partnerarbeit machen und somit einen gemeinsamen Weg finden und Absprachen treffen müssen.“
Was wirklich deutlich auffalle, so die Einrichtungsleiterin: „Die Kinder blühen bei dem Projekt sehr auf. Manche von ihnen haben anfänglich Berührungsängste, aber die lösen sich schnell von alleine, da die Kinder immer sicherer werden. Sie genießen den Umgang mit den Tieren sehr und freuen sich immer auf die nächste Einheit. Vor allem Kinder, die bei uns in den Räumen eher zurückhaltend sind, zeigen hier eine ganz andere, lebhaftere Seite von sich. Das ist so schön zu sehen.“
Finanziert wird die jährliche Aktion über die Spendeneinnahmen der Tannenbaumsammelaktion in Versmold. Die wird vom CDU-Stadtverband durchgeführt und kommt den Versmolder Kitas und dem CVJM zugute.

Das Bild zeigt die Kinder Mia (links) und Martina mit Reittherapeutin Tanja Paulsen.
Foto: DRK

