{"id":1159,"date":"2021-06-10T12:31:10","date_gmt":"2021-06-10T10:31:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/?p=1159"},"modified":"2021-06-10T12:31:10","modified_gmt":"2021-06-10T10:31:10","slug":"materialgipfel-der-landesregierung-mit-handwerk-bau-und-industrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/index.php\/2021\/06\/10\/materialgipfel-der-landesregierung-mit-handwerk-bau-und-industrie\/","title":{"rendered":"Materialgipfel der Landesregierung mit Handwerk, Bau und Industrie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wirtschaftsminister Pinkwart: Wir m\u00fcssen Handelshemmnisse abbauen, Genehmigungen beschleunigen und Sekund\u00e4rrohstoffe nutzen, um Engp\u00e4sse zu \u00fcberwinden<\/strong><\/p>\n<p><strong>Umweltministerin Heinen-Esser: Die S\u00e4gewerke sollten die Waldbesitzer an den Erl\u00f6sen teilhaben lassen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bauministerin Scharrenbach: Die Energie- und Mobilit\u00e4tswende werden unmittelbar zu einer Baumaterial-Wende f\u00fchren<\/strong><\/p>\n<p>Die sprunghaft steigende Nachfrage nach Rohstoffen und Baumaterialien trifft weltweit auf ein eingeschr\u00e4nktes Angebot. Viele Lieferanten kommen mit der Produktion nicht nach, die Pandemie sorgt weiterhin f\u00fcr Ausf\u00e4lle. Die Preise f\u00fcr Stahl, Schnittholz oder D\u00e4mmstoffe steigen, Schl\u00fcsselprodukte wie Halbleiter stehen nicht in ausreichender Menge zur Verf\u00fcgung. Die Probleme sind bekannt \u2013 nun sind L\u00f6sungen gefragt. Dazu haben Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Bauministerin Ina Scharrenbach und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser sich am Donnerstag mit rund 30 Vertretern aus Handwerk, Bau und Industrie bei einem virtuellen Materialgipfel ausgetauscht.<\/p>\n<p>Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: \u201eLieferengp\u00e4sse und steigende Preise f\u00fcr Rohstoffe und Materialien sind deutliche Zeichen, dass es nach dem tiefen pandemiebedingten Einbruch wieder aufw\u00e4rtsgeht. In einigen F\u00e4llen d\u00fcrften sich die Nachfrage bald normalisieren und Produktionsketten wieder rund laufen. In vielen Bereichen werden uns die Engp\u00e4sse aber noch eine Weile begleiten.<\/p>\n<p>Deshalb ist die Politik jetzt gefordert, die internationalen Warenstr\u00f6me ungest\u00f6rt laufen zu lassen: Europa muss sich f\u00fcr die Lockerung von Ex- und Importbeschr\u00e4nkungen, Handelsabkommen und den Abbau von Sonder- und Strafz\u00f6llen einsetzen. Zudem brauchen Betriebe Planungssicherheit, dass es sich lohnt, die Kapazit\u00e4ten zu erweitern \u2013 das gelingt nur mit besseren Investitionsbedingungen. Deshalb vereinfachen und digitalisieren wir in Nordrhein-Westfalen die Planungs- und Genehmigungsverfahren. Au\u00dferdem wollen wir die Nutzung von Sekund\u00e4rrohstoffen als Ersatzbaustoff erleichtern. Bei deutlichen Kostensteigerungen in laufenden Projekten appelliere ich an die Vertragspartner, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und Kompromisse auszuhandeln. Bei Neuauftr\u00e4gen k\u00f6nnen Preisgleitklauseln helfen, die Unternehmen vor dem Risiko von Preissteigerungen zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Bauministerin Ina Scharrenbach: \u201eOhne Baumaterial kein Bauen, ohne bezahlbares Baumaterial kein bezahlbares Bauen. Die aktuelle Situation wird nachhaltig wirken: Auf die Neubaut\u00e4tigkeit sowie auf Miete und Eigentum. Das hat weitere Konsequenzen: Die Energie- und Mobilit\u00e4tswende werden unmittelbar zu einer Baumaterial-Wende f\u00fchren. Viele Ausgangsstoffe werden f\u00fcr anschlie\u00dfende Produktionsprozesse nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen. Es ben\u00f6tigt daher dringend eine Forschungs- und Entwicklungsinitiative im Baubereich, um zu alternativen Baumaterialien zu kommen. Diese Knappheit ist ein Fingerzeig auf das, was in der Zukunft zu erwarten sein wird.\u201c<\/p>\n<p>Umweltministerin Ursula Heinen-Esser betonte die Bedeutung der regionalen Wertsch\u00f6pfungskette und der regionalen Holzwirtschaft: \u201eHolz spielt bei der Erreichung der \u00f6kologischen und klimatischen Ziele eine wichtige Rolle. Die Nutzung von Holz bindet Kohlenstoff und erspart den Einsatz nicht regenerativer Werkstoffe wie Beton, Stahl oder Kunststoffe. Preissteigerungen und Lieferengp\u00e4sse auf den M\u00e4rkten von Schnittholz und Holzwerkstoffen bergen f\u00fcr das heimische Baugewerbe, in der Folge auch f\u00fcr die Verbraucherinnen und Verbraucher unkalkulierbare Risiken. Die Krise an den Rohstoffm\u00e4rkten zeigt, wie wichtig auch in Zukunft die nachhaltige Holzproduktion in unseren heimischen W\u00e4ldern ist. Damit dies gelingt, muss aktuell K\u00e4ferholz angemessen bezahlt werden und das Schnittholz nicht nur in die Weltm\u00e4rkte, sondern auch in die regionalen M\u00e4rkte gebracht werden.&#8220; Zugleich sei die Entwicklung innovativer Baustoffe und ein konsequentes Recycling von Baustoffen erforderlich.<\/p>\n<p>Andreas Ehlert, Pr\u00e4sident der Handwerkskammer D\u00fcsseldorf: \u201eMaterialengp\u00e4sse und explodierende Preise gef\u00e4hrden nicht nur die ehrgeizigen Ziele beim Wohnungsbau und der energetischen Geb\u00e4udesanierung \u2013 sie sind auch ein wesentlicher Inflationstreiber. Zudem kann die Materialkrise zu einer echten Konjunkturbremse werden und dem schnellen Aufschwung nach der Krise im Weg stehen. Deshalb ist es gut und wichtig, dass die Landesregierung auf Initiative des Handwerks einen Materialgipfel organisiert hat, um mit allen Beteiligten der Lieferkette \u00fcber L\u00f6sungen zu sprechen.\u201c<\/p>\n<p>Arndt G. Kirchhoff, Pr\u00e4sident der Landesvereinigung der Unternehmensverb\u00e4nde Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw): \u201eDie Corona Pandemie war und ist eine einmalige Herausforderung f\u00fcr unsere weltweit vernetzte Industrie. Bis jetzt merken wir die Sp\u00e4tfolgen von Grenzschlie\u00dfungen und Produktions-unterbrechungen. Zus\u00e4tzliche Engp\u00e4sse sp\u00fcren wir \u00fcberall dort, wo die Nachfrage schneller w\u00e4chst als die Produktion kurzfristig mithalten kann. Damit sich diese St\u00f6rungen in einzelnen Branchen nicht zu dauerhaften Wachstumsbremse f\u00fcr die Gesamtwirtschaft entwickelt, braucht es eine Wirtschafts- und Au\u00dfenpolitik, die sich umfassend f\u00fcr offene M\u00e4rkte und den Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen einsetzt. Ausfuhrbeschr\u00e4nkungen, die im Widerspruch zu geltenden Freihandelsabkommen stehen, sind umgehend wieder abzubauen. Langfristig m\u00fcssen sich die Investitionsbedingungen in NRW, Deutschland und Europa so weit verbessern, dass es gerade in Schl\u00fcsselbranchen attraktiver wird, den europ\u00e4ischen Markt durch eine Produktion innerhalb des Binnenmarktes zu bedienen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Gipfels wird Wirtschaftsminister Pinkwart am 17.\/18. Juni in die Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) einbringen, zu der die Landeswirtschaftsministerinnen und -minister sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in D\u00fcsseldorf zu Gast sind. Die WMK hatte die Bundesregierung um einen Bericht gebeten, wie die Politik zur \u00dcberwindung der Engp\u00e4sse beitragen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Wirtschaftsminister Pinkwart: Wir m\u00fcssen Handelshemmnisse abbauen, Genehmigungen beschleunigen und Sekund\u00e4rrohstoffe nutzen, um Engp\u00e4sse zu \u00fcberwinden Umweltministerin Heinen-Esser: Die S\u00e4gewerke sollten die Waldbesitzer an den Erl\u00f6sen teilhaben lassen Bauministerin Scharrenbach: Die Energie- und Mobilit\u00e4tswende werden unmittelbar zu einer Baumaterial-Wende f\u00fchren Die sprunghaft steigende Nachfrage nach Rohstoffen und Baumaterialien trifft weltweit auf ein eingeschr\u00e4nktes Angebot. 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