{"id":13263,"date":"2026-03-04T10:21:18","date_gmt":"2026-03-04T09:21:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/?p=13263"},"modified":"2026-03-04T10:21:18","modified_gmt":"2026-03-04T09:21:18","slug":"haushalt-2027-verabschiedet-kreisumlage-sinkt-um-knapp-54-millionen-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/index.php\/2026\/03\/04\/haushalt-2027-verabschiedet-kreisumlage-sinkt-um-knapp-54-millionen-euro\/","title":{"rendered":"Haushalt 2027 verabschiedet: Kreisumlage sinkt um knapp 5,4 Millionen Euro"},"content":{"rendered":"<p>Der Haushalt f\u00fcr den Kreis G\u00fctersloh ist in der Kreistagssitzung am Montag, 2. M\u00e4rz, mehrheitlich beschlossen worden. Die Politikerinnen und Politiker hatten in den vergangenen Wochen in zahlreichen Sitzungen und Fachaussch\u00fcssen den Entwurf der Verwaltung beraten. Im Fokus dabei: Sparbem\u00fchungen angesichts der kommunalen Haushaltslage. Ein wenig Entlastung verspricht die gesunkene Landschaftsumlage. Rund 5,5 Millionen Euro weniger muss der Kreis G\u00fctersloh in 2026 an den LWL \u00fcberweisen. In den Fachaussch\u00fcssen und der politischen Diskussion der vergangenen Woche rund um den Haushaltsentwurf stand unter anderem eine Frage im Mittelpunkt: Kann die Entlastung durch die gesunkene Landschaftsumlage 1:1 an die Kommunen weitergereicht werden, um f\u00fcr sie die allgemeine Kreisumlage zu senken? Denn auch in anderen Bereichen haben sich Verbesserungen oder Verschlechterungen ergeben, seit der Haushaltsentwurf Anfang Dezember 2025 in den Kreistag eingebracht wurde. Unter dem Strich lautet die Antwort: Ja.<\/p>\n<p>Die Haushaltsverabschiedung gilt traditionell als die gro\u00dfe Stunde der Politik: Die Fraktionsvorsitzenden hielten am Montag ihre haushaltsreden. Landr\u00e4tin Lauk\u00f6tter lie\u00df es sich jedoch nicht nehmen, ein Statement abzugeben \u2013 auch als Botschaft an die Mitarbeitenden der Verwaltung. \u201eLassen Sie mich zu allen Antr\u00e4gen auch noch Stellung beziehen: Ich begr\u00fc\u00dfe ausdr\u00fccklich, dass bei allen Fraktionen das Thema Haushaltskonsolidierung h\u00f6chste Aufmerksamkeit genie\u00dft. Wir alle wissen, das Geld ist knapp, die Haushaltslage in den Kommunen spitzt sich weiter zu, die wirtschaftliche Entwicklung ist unter Druck und damit auch die Einnahmenseite \u00fcber die Gewerbesteuer. Da ich hier gemeinsames Verst\u00e4ndnis aller Fraktionen versp\u00fcre, haben wir eine gute Grundlage, um gemeinsam an den finanziellen Herausforderungen zu arbeiten. Bei all dem m\u00f6chte ich noch einmal auf das Ziel hinweisen, das hier in der Verwaltung \u00fcber allem steht: Wir sind eine verl\u00e4ssliche, leistungsf\u00e4hige und gerechte Verwaltung f\u00fcr unsere B\u00fcrgerinnen, B\u00fcrger und die Wirtschaft im Kreis G\u00fctersloh. Um das zu bleiben, m\u00fcssen wir unsere internen Prozesse anschauen und die Chancen von Digitalisierung und KI nutzen, um vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des Fachkr\u00e4ftemangels und der damit verbundenen Vakanz von 600 Stellen bis 2031 den Weg der Transformation zu beschreiten\u201c, stellte Lauk\u00f6tter klar. Sie k\u00fcndigte an, dass die Verwaltung in der n\u00e4chsten Sitzung des Ausschusses f\u00fcr Wirtschaft, Digitalisierung, Finanzen und Rechnungspr\u00fcfung \u00fcber den bereits eingeschlagenen Weg der Prozessoptimierung und der digitalen Transformation berichten wird. \u201eDar\u00fcber hinaus werden wir in die Erstellung einer strategischen Personalplanung einsteigen, denn unabh\u00e4ngig von den Zielvorgaben, die in den Antr\u00e4gen genannt werden, wird es uns aufgrund des Fachkr\u00e4ftemangels nicht m\u00f6glich sein, die sich bis 2031 auftretende L\u00fccke zu schlie\u00dfen.\u201c Wie die Verwaltung sich diesbez\u00fcglich aufstellen m\u00fcsse, werde sie in einem strukturierten Prozess aufarbeiten und dann der politischen Beratung zuf\u00fchren. \u201eDas wird m\u00f6glicherweise auch darin resultieren, dass wir \u00fcber Aufgabenwahrnehmung und Leistungsumfang kritisch diskutieren m\u00fcssen.\u201c Daf\u00fcr ben\u00f6tigt es aber eine faktenbasierte Aussage \u00fcber die strategische Personalplanung, \u00fcber die die Verwaltung berichten werde.<\/p>\n<p>Summiert man die Ver\u00e4nderungen, wie in der Haushaltsbeschlussvorlage mit der Nummer 6551 zusammengefasst, ergibt sich eine Verbesserung von 5,393 Millionen Euro. Um diesen Betrag kann die allgemeine Kreisumlage auf 286,5 Millionen Euro abgesenkt werden. Der Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage sinkt dadurch gegen\u00fcber dem Vorjahr sogar ein wenig von 35,26 Prozentpunkten auf 35,16 Prozentpunkte. Das ist der niedrigste Wert im Regierungsbezirk OWL und gelingt, weil die sonstigen Mehr- und Minderbelastungen sich gegenseitig weitestgehend ausgleichen. Diese Vorlage findet sich zum Nachlesen im Kreistagsinformationssystem unter der gleichnamigen Kachel auf der Startseite des Internetauftritts des Kreises. Unter den Verbesserungen finden sich neben der Landschaftsumlage unter anderem ein geringerer Finanzbedarf im Jobcenter (-400.000 Euro). Der r\u00fchrt daher, dass die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die man in 2026 kalkuliert hat, nach unten korrigiert werden konnte. Dahinter verbirgt sich eine positive Entwicklung, wie das Jobcenter im Ausschuss f\u00fcr Arbeit berichten konnte: Immer mehr Gefl\u00fcchtete, vor allem die aus der Ukraine und Syrien wurden hier genannt, kommen dank inzwischen erreichter Fortschritte beim Spracherwerb in einen Job. Niedriger fiel auch der Zuschuss zur Peter-August-B\u00f6ckstiegel-Stiftung aus (-140.000 Euro). Das lag vor allem am positiven Stiftungsergebnis 2024, das bei dem Zuschuss verrechnet wurde, sowie an h\u00f6heren Zinsen, die entgegen der urspr\u00fcnglichen Kalkulation f\u00fcr 2026 erwartet werden. Auch die wurden zuschussmindernd verrechnet. Verschlechterungen, also es wird in 2026 teurer als kalkuliert, gibt es unter anderem bei der Sch\u00fclerbef\u00f6rderung (+300.000 Euro), dem \u00d6ffentlichen Personennahverkehr (+200.000 Euro) und den Beihilfeverwaltungskosten (+80.000 Euro).<\/p>\n<p>Zahlreiche Antr\u00e4ge hatten die Fraktionen w\u00e4hrend der Haushaltsplanberatungen eingebracht. Darunter ein Antrag, 150 Stellen in der Verwaltung bis 2031 abzubauen. Dieser war im Ausschuss f\u00fcr Wirtschaft, Digitalisierung, Finanzen und Rechnungspr\u00fcfung bereits mehrheitlich angenommen worden. Die Verwaltung hatte ihrerseits bereits im vergangenen Jahr angek\u00fcndigt, eine Aufstellung vorzulegen, in welchen Abteilungen bis 2031 durch Ruhestand (und Fluktuation) Personal die Verwaltung verl\u00e4sst: Rund 600 Mitarbeitende gehen. Diese Stellen \u2013 den Antrag mal au\u00dfen vorgelassen \u2013 wiederzubesetzen, wird\u00a0 aus Sicht der Verwaltung allein auf Grund des Fachkr\u00e4ftemangels nicht m\u00f6glich sein, so dass mit Prozessoptimierung und digitaler Transformation Kompensationsm\u00f6glichkeiten erreicht werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bei der Jugendhilfeumlage gab es ebenfalls Verbesserungen und Verschlechterungen seit der Haushaltseinbringung. Diese Umlage zahlen die zehn Kommunen, f\u00fcr die der Kreis die Aufgabe des Jugendamts \u00fcbernimmt. 300.000 Euro weniger muss aufgewendet werden, weil 2026 h\u00f6here Elternbeitr\u00e4ge (Kitas und Tagespflege) anfallen, als zun\u00e4chst angenommen. Teuer gegen\u00fcber dem Entwurf wird es bei der Erziehungshilfe (+150.000 Euro). Das liegt sowohl an gestiegenen Fallzahlen als auch an h\u00f6heren Kosten pro Fall bei der ambulanten Erziehungshilfe und F\u00e4llen von Inobhutnahmen.<\/p>\n<p><u>Zum Thema: Der Haushalt in Zahlen<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Aufwendungen: 877,0 Millionen Euro (2,63 Prozent mehr als 2025)<\/li>\n<li>Ertr\u00e4ge: 869,1 Millionen Euro (2,67 Prozent mehr als 2025)<\/li>\n<li>Inanspruchnahme der Ausgleichsr\u00fccklage: 7,95 Millionen Euro (damit vollst\u00e4ndiger Einsatz in 2026)<\/li>\n<li>Allgemeine Kreisumlage: 286,53 Millionen Euro (2,74 Prozent mehr als in 2025)<\/li>\n<li>Hebesatz allgemeine Kreisumlage: 35,16 % (0,28 Prozent weniger als 2025, niedrigster Wert in OWL)<\/li>\n<li>Jugendhilfeumlage: 93,70 Millionen Euro (4,98 Prozent mehr als 2025)<\/li>\n<li>Hebesatz Jugendhilfeumlage: 22,83 Prozentpunkte (3,21 Prozent mehr als 2025, niedrigster Wert in OWL)<\/li>\n<li>Kreisschl\u00fcsselzuweisungen: 39,18 Millionen Euro (20,93 Prozent mehr)<\/li>\n<li>Landschaftsumlage: 152,05 Millionen Euro mehr (3,16 Prozent mehr)<\/li>\n<li>Investitionen: 60,58 Millionen Euro (26,18 Prozent mehr), davon Bauma\u00dfnahmen 35,24 Millionen Euro (3,42 Prozent mehr)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13264\" src=\"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026_03_02_KT_Sitzung04-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"485\" srcset=\"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026_03_02_KT_Sitzung04-Kopie.jpg 1000w, https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026_03_02_KT_Sitzung04-Kopie-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026_03_02_KT_Sitzung04-Kopie-768x372.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Am Montag, 2. M\u00e4rz, stimmten die Politikerinnen und Politiker in der Kreistagssitzung \u00fcber den Haushalt ab. Der wurde bei mehrheitlich angenommen, 57 stimmten mit ja, neun lehnten den Haushalt ab.<\/p>\n<p>Foto: Kreis G\u00fctersloh<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Der Haushalt f\u00fcr den Kreis G\u00fctersloh ist in der Kreistagssitzung am Montag, 2. M\u00e4rz, mehrheitlich beschlossen worden. Die Politikerinnen und Politiker hatten in den vergangenen Wochen in zahlreichen Sitzungen und Fachaussch\u00fcssen den Entwurf der Verwaltung beraten. Im Fokus dabei: Sparbem\u00fchungen angesichts der kommunalen Haushaltslage. Ein wenig Entlastung verspricht die gesunkene Landschaftsumlage. 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