{"id":2506,"date":"2022-02-14T15:32:41","date_gmt":"2022-02-14T14:32:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/?p=2506"},"modified":"2022-02-14T15:32:41","modified_gmt":"2022-02-14T14:32:41","slug":"bereitschaftspflegefamilien-im-kreis-guetersloh-kindern-in-not-ein-zuhause-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/index.php\/2022\/02\/14\/bereitschaftspflegefamilien-im-kreis-guetersloh-kindern-in-not-ein-zuhause-geben\/","title":{"rendered":"Bereitschaftspflegefamilien im Kreis G\u00fctersloh:  Kindern in Not ein Zuhause geben"},"content":{"rendered":"<p><strong>G\u00fctersloh. <\/strong>Das Klingeln des Telefons hallt durch das Einfamilienhaus. Claudia nimmt ab, wechselt ein paar Worte mit der Anruferin und l\u00e4sst alles stehen und liegen. Nicht mal eine halbe Stunde sp\u00e4ter steht eine Mitarbeiterin des Jugendamtes vom Kreis G\u00fctersloh vor der Haust\u00fcr und hat ein kleines Kind auf dem Arm. Ein Kind, das erstmal f\u00fcr unbestimmte Zeit bei Claudia und ihrer Familie bleiben wird. Claudia ist Mutter einer Bereitschaftspflegefamilie, die Kindern in Notsituationen von jetzt auf gleich ein Zuhause gibt.<\/p>\n<p>In F\u00e4llen, in denen es dazu kommt, dass das Jugendamt ein Kind in seine Obhut nimmt, muss es schnell gehen. Eine von den 13 Bereitschaftspflegefamilien im Kreis G\u00fctersloh wird kontaktiert. Manche von ihnen stellen einen Platz zur Verf\u00fcgung, andere nehmen auch mehrere Kinder auf, wie zum Beispiel Geschwisterkinder. \u201eDas kommt immer darauf an, wie die h\u00e4usliche und famili\u00e4re Situation aussieht\u201c, erkl\u00e4rt Heike Westerhoven von der Abteilung Jugend. Die Bereitschaftspflegefamilien k\u00fcmmern sich tempor\u00e4r um die Kinder bis entschieden wurde, wann und ob das Kind wieder zur\u00fcck zur leiblichen Familie kann. \u201eVorrangiges Ziel ist es nat\u00fcrlich, den Verbleib des Kindes in der Herkunftsfamilie zu erm\u00f6glichen\u201c, so Westerhoven. \u201eAber wenn das Kind nicht zur\u00fcck zu den Eltern kann, suchen wir einen Platz in der Vollzeitpflege. Bis wir den gefunden haben, bleibt das Kind in der Bereitschaftspflege.\u201c<\/p>\n<p>Nachdem das Kind in Claudias Familie angekommen ist, ist der erste Ausflug h\u00e4ufig zum Drogeriemarkt im Ort. Dort besorgen sie eine Grundausstattung bestehend aus Windeln, Kleidung und Nahrung. Claudia arbeitet seit elf Jahren in der Bereitschaftspflege und hat in dieser Zeit zw\u00f6lf Kinder in ihre Familie aufgenommen. Claudia und ihr Mann haben selbst vier Kinder im Alter von 20 bis 24 Jahren. \u201eEs ist wichtig, dass das Kind von Anfang an in die Familie integriert wird. Das funktioniert nur, wenn alle dahinter stehen und das unterst\u00fctzen\u201c, so Claudia. \u201eAuch die eigenen Kinder profitieren davon und lernen sehr schnell, Verantwortung zu \u00fcbernehmen.\u201c Eine Freundin hat sie damals auf das System der Bereitschaftspflege aufmerksam gemacht. Die vierfache Mutter bietet einen Pflegeplatz f\u00fcr Kinder bis vier Jahre an. Diese Kriterien k\u00f6nnen die Familien selbst festlegen und dem Jugendamt mitteilen.<\/p>\n<p>Die meisten Kinder, die zu Claudia kommen, hatten bislang wenig Stabilit\u00e4t in ihrem Leben. Viele haben beispielsweise Angst, dass sie nicht genug zu essen bekommen und lagern Kekse oder Obst unter ihrem Bett. \u201eGerade dann ist es besonders wichtig, dass wir ihnen zeigen, dass diese Grundbed\u00fcrfnisse bei uns gestillt werden\u201c, betont Claudia. Neben der Versorgung und Betreuung der Kinder geh\u00f6ren auch Besuchskontakte mit den Eltern sowie Arzt- und Therapietermine zur allt\u00e4glichen Arbeit. Die Bereitschaftspflegefamilie ist ein tempor\u00e4res Zuhause f\u00fcr die Kinder, in dem sie sich sicher f\u00fchlen sollen. \u201eRichtig angekommen sind die Kinder meistens erst nach sechs bis acht Wochen.\u201c<\/p>\n<p>Aber wie wird man eine Bereitschaftspflegefamilie? Und was f\u00fcr Kriterien m\u00fcssen erf\u00fcllt werden? Der erste Schritt ist, Kontakt zum Jugendamt des Kreises aufzunehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter f\u00fchren Gespr\u00e4che mit den potentiellen Familien, denn diese m\u00fcssen bestimmte Kriterien erf\u00fcllen und die famili\u00e4re sowie h\u00e4usliche Situation offenlegen. Dazu z\u00e4hlen unter anderem ein erweitertes F\u00fchrungszeugnis sowie ein \u00e4rztliches Attest. Das Kind soll als neues Familienmitglied auch ein eigenes Zimmer im Haus oder in der Wohnung haben. Ein Elternteil muss Zeit haben, um sich um das Kind zu k\u00fcmmern \u2013 im Idealfall ist die Person Vollzeit-Hausmann oder -frau. Der Kreis G\u00fctersloh schult die Familien und bereitet sie Schritt f\u00fcr Schritt auf den neuen Alltag vor. Sie k\u00f6nnen sich immer beim Jugendamt melden, wenn es Probleme oder Fragen gibt.<br \/>\nDie Familien erhalten vom Kreis G\u00fctersloh monatlich eine Entlohnung f\u00fcr die Tage, an denen ein Kind in der Familie untergebracht ist. Von dem Geld wird dann auch Kleidung und Nahrung bezahlt. \u201eDas ist ein Ehrenamt mit Aufwandsentsch\u00e4digung\u201c, erkl\u00e4rt Claudia. \u201eVon den Kindern bekommt man unglaublich viel zur\u00fcck. Das ist f\u00fcr mich eine Herzenssache.\u201c Zu einigen Kindern, um die Claudia sich gek\u00fcmmert hat, hat sie bis heute noch Kontakt. Diese leben h\u00e4ufig in Vollzeitpflegefamilien. Zum Abschied erhalten sie, neben ihrer Kleidung und ihren Spielsachen, immer ein Fotoalbum mit gemeinsamen Erinnerungsfotos von ihr. Ebenso gibt es einen Abschiedsbrief, in dem wichtige Ereignisse festgehalten werden, zum Beispiel wann der erste Zahn kam oder die ersten Schritte gemacht wurden. Das kann dem Kind sonst sp\u00e4ter niemand erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Die Bereitschaftspflegefamilien im Kreis G\u00fctersloh sind untereinander vernetzt. Sie tauschen sich \u00fcber ihre Erfahrungen und ihren Alltag mit den Kindern aus. Auch wenn schnell Kleidung ben\u00f6tigt wird, k\u00f6nnen die anderen Familien oft aushelfen. Alle Pl\u00e4tze in Bereitschaftspflegefamilien sind zurzeit besetzt. \u201eDer Bedarf ist gro\u00df. Gerade deshalb sind wir immer auf der Suche nach neuen Familien\u201c, so Westerhoven. Familien, die Interesse haben und mehr Informationen erhalten m\u00f6chten, k\u00f6nnen sie telefonisch unter 05244\/ 9274521 erreichen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2507\" src=\"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2022_02_14_Bereitschaftspflegefamilie-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2022_02_14_Bereitschaftspflegefamilie-Kopie.jpg 1000w, https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2022_02_14_Bereitschaftspflegefamilie-Kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2022_02_14_Bereitschaftspflegefamilie-Kopie-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>(v.l.): Claudia, Mutter einer Bereitschaftspflegefamilie, und Heike Westerhoven von der Abteilung Jugend des Kreises G\u00fctersloh im Kinderzimmer, das f\u00fcr Kinder in Notsituationen bereit steht. Archivfoto: Kreis G\u00fctersloh<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>G\u00fctersloh. Das Klingeln des Telefons hallt durch das Einfamilienhaus. Claudia nimmt ab, wechselt ein paar Worte mit der Anruferin und l\u00e4sst alles stehen und liegen. Nicht mal eine halbe Stunde sp\u00e4ter steht eine Mitarbeiterin des Jugendamtes vom Kreis G\u00fctersloh vor der Haust\u00fcr und hat ein kleines Kind auf dem Arm. 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