{"id":3563,"date":"2022-07-27T10:44:59","date_gmt":"2022-07-27T08:44:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/?p=3563"},"modified":"2022-07-27T10:44:59","modified_gmt":"2022-07-27T08:44:59","slug":"fachtagung-jugendamt-auf-der-suche-nach-dem-besten-vormund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/index.php\/2022\/07\/27\/fachtagung-jugendamt-auf-der-suche-nach-dem-besten-vormund\/","title":{"rendered":"Fachtagung Jugendamt:  Auf der Suche nach dem besten Vormund"},"content":{"rendered":"<p><strong>G\u00fctersloh.<\/strong> Das Jugendamt des Kreises G\u00fctersloh hat zusammen mit den Jugend\u00e4mtern der St\u00e4dte G\u00fctersloh, Rheda-Wiedenbr\u00fcck und Verl eine Fachtagung zum Thema Vormundschaften veranstaltet. Rund 40 Personen aus verschiedenen Berufsgruppen, die sich vor Ort in Jugend\u00e4mtern und Familiengerichten mit Vormundschaften befassen, haben teilgenommen. Vor Ort konnten sie sich zu aktuellen Rechts\u00e4nderungen und ihrer t\u00e4glichen Arbeit austauschen.<\/p>\n<p>Thematisch stand bei der Fachtagung die Reform des Vormundschaftsrechts im Vordergrund. Das Gesetz wird zum 1. Januar 2023 in Kraft treten. Schon seit der ersten Stufe der Reform in 2011 darf ein Amtsvormund f\u00fcr maximal 50 Kinder und Jugendliche verantwortlich sein und muss diese in der Regel einmal im Monat besuchen. Das Jugendamt ist verpflichtet, f\u00fcr die F\u00fchrung von Amtsvormundschaften eine hinreichende Anzahl qualifizierter Fachkr\u00e4fte vorzuhalten, sogenannte \u201aAmtsvorm\u00fcnder\u2018. Dar\u00fcber hinaus wird den Kindern und Jugendlichen k\u00fcnftig mehr Verantwortung und Mitspracherechte \u00fcbertragen: Sie sollen bei wichtigen Entscheidungen und bei der Auswahl oder dem Wechsel des Vormundes beteiligt werden. Der Vormund wird gesetzlich dazu verpflichtet, mit den anderen beteiligten Fachleuten wie Pflegeeltern, Erziehern und \u00c4rzten zusammen zu arbeiten. Versch\u00e4rft wird auch die Haftung und die Aufsicht \u00fcber den Vormund durch das Familiengericht. Das Gesetz benennt die Eignungskriterien f\u00fcr Vorm\u00fcnder konkreter, ehrenamtliche Personen sollen Vorrang vor Amtspersonen haben. \u201e\u00dcber allen Anforderungen steht das Ziel, den besten Vormund f\u00fcr das Kind zu finden\u201c, res\u00fcmiert Uwe Kl\u00f6sters, Jugendamt des Kreises G\u00fctersloh.<\/p>\n<p><strong>Kreis geht eigenen Weg<\/strong><\/p>\n<p>Fachkr\u00e4ftemangel, Personalnot und die finanzielle Situation erschweren den Jugend\u00e4mtern die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen. Der Kreis G\u00fctersloh ist aus diesen Gr\u00fcnden bereits vor Jahren einen anderen Weg gegangen. Aus der Personalnot heraus wurde nach und nach ein Pool an geschulten, selbstst\u00e4ndigen Berufsvorm\u00fcndern gebildet. Dieser besteht aus Sozialarbeitern, P\u00e4dagogen und Juristen mit Zusatzqualifikationen. Derzeit kann das Jugendamt rund 30 Berufsvorm\u00fcnder an Kinder und Jugendliche vermitteln \u2013 je nachdem welcher Vormund am besten passt. \u201eEs ist beruhigend, dass wir eine gro\u00dfe Auswahl haben und entscheiden k\u00f6nnen, welches Kind welchen Vormund bekommt. Wichtig ist, dass die Chemie zwischen den beiden stimmt\u201c, so Kl\u00f6sters. Die f\u00fcr Vormundschaften verantwortlichen Mitarbeitenden haben sich unter der fachlichen Leitung von Kl\u00f6sters zu einer regionalen Facharbeitsgruppe zusammengeschlossen. Gemeinsam erarbeiten sie Qualit\u00e4tsstandards, w\u00e4hlen neue Vorm\u00fcnder aus und bieten gegenseitigen Fachaustausch sowie Beratung an.<\/p>\n<p><strong>\u201aG\u00fctersloher-Modell\u2018<\/strong><br \/>\nDas \u201aG\u00fctersloher-Modell\u2018 f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Berufsvorm\u00fcndern gibt es bereits seit 20 Jahren \u2013 gleichzeitig ist die Fachtagung also auch eine kleine Jubil\u00e4umsfeier. Auch die Jugend\u00e4mter der St\u00e4dte G\u00fctersloh, Rheda-Wiedenbr\u00fcck und Verl haben das Verfahren \u00fcbernommen. Bundesweit hingegen ist das Modell nicht sehr weit verbreitet, in vielen Jugend\u00e4mtern gilt das klassische System der Amtsvormundschaften.<\/p>\n<p>Als Referentin zur Fachtagung war Antje Fasse vom Landesjugendamt Westfalen-Lippe eingeladen, die den Teilnehmenden die Inhalte des neuen Vormundschaftsrechts vorstellte und erkl\u00e4rte, was sich f\u00fcr das Jugendamt \u00e4ndern wird. \u201eDie Fachdienste im Jugendamt m\u00fcssen gut miteinander kooperieren. Das wiederholt sich immer wieder im neuen Vormundschaftsrecht\u201c, erkl\u00e4rt Fasse. F\u00fcr viele Anforderungen des neuen Rechts sieht sie den Kreis G\u00fctersloh mit dem Verfahren bereits auf einem guten Weg: So auch bei der Auswahl geeigneter Vorm\u00fcnder und der Einbeziehung der Kinder. F\u00fcr die vom Gesetzgeber geforderte gezielte F\u00f6rderung von ehrenamtlichen Vormundschaften m\u00fcssen die Strukturen auf Kreisebene jedoch erst noch entwickelt werden. Dazu gab es bei der Tagung wertvolle Hinweise und Anregungen. \u201eWir haben uns dar\u00fcber hinaus weitere Ziele gesetzt: Die Zusammenarbeit mit den Gerichten weiter entwickeln, Beratungsstrukturen optimieren, Personalbedarfe ermitteln und organisatorische Ver\u00e4nderungen umsetzen\u201c, so Kl\u00f6sters.<\/p>\n<p><u>Zum Thema: \u00dcbertragung von Vormundschaften<\/u><\/p>\n<p>Wenn Eltern mit der Verantwortung f\u00fcr ihre Kinder \u00fcberfordert sind, m\u00fcssen die Kinder manchmal aus ihrer gewohnten Umgebung herausgenommen werden und ihr neues Zuhause bei Pflegeeltern oder in station\u00e4ren Einrichtungen finden. Wenn dies gegen den Willen der Eltern durchgesetzt werden muss, kann das Familiengericht die elterliche Sorge entziehen und auf einen Vormund oder Pfleger \u00fcbertragen. In der Regel sollte die Vormundschaft vorrangig auf ehrenamtliche Personen \u00fcbertragen werden, idealerweise aus dem sozialen Umfeld des Kindes. Wenn das nicht m\u00f6glich ist, wird die Vormundschaft an das Jugendamt \u00fcbertragen. Das Jugendamt ist dann in der Verantwortung, einen geeigneten und qualifizierten Vormund f\u00fcr das Kind zu suchen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3564\" src=\"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2022_07_27_Fachtagung_Vormundschaften-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2022_07_27_Fachtagung_Vormundschaften-Kopie.jpg 1000w, https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2022_07_27_Fachtagung_Vormundschaften-Kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2022_07_27_Fachtagung_Vormundschaften-Kopie-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><br \/>\nHaben zusammen die Fachtagung zum Thema Vormundschaften gestaltet: (v.l.) Uwe Kl\u00f6sters (Jugendamt Kreis G\u00fctersloh), Petra Winkelstr\u00e4ter (Jugendamt Stadt Rheda-Wiedenbr\u00fcck), Antje Fasse (Landesjugendamt Westfalen-Lippe, M\u00fcnster), Birgit K\u00f6nig (Jugendamt Stadt G\u00fctersloh), Matthias Bisten (Landesjugendamt Rheinland, K\u00f6ln) und Elisabeth Meermeier (Jugendamt Stadt Verl). Foto: Kreis G\u00fctersloh<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>G\u00fctersloh. Das Jugendamt des Kreises G\u00fctersloh hat zusammen mit den Jugend\u00e4mtern der St\u00e4dte G\u00fctersloh, Rheda-Wiedenbr\u00fcck und Verl eine Fachtagung zum Thema Vormundschaften veranstaltet. Rund 40 Personen aus verschiedenen Berufsgruppen, die sich vor Ort in Jugend\u00e4mtern und Familiengerichten mit Vormundschaften befassen, haben teilgenommen. 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