{"id":5125,"date":"2023-02-15T12:49:23","date_gmt":"2023-02-15T11:49:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/?p=5125"},"modified":"2023-02-15T12:49:23","modified_gmt":"2023-02-15T11:49:23","slug":"kreisausschuss-sondersitzung-zu-sparkassenfusionsgespraechen-entscheidungen-fruehestens-im-september","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marktplatz-hsw.de\/index.php\/2023\/02\/15\/kreisausschuss-sondersitzung-zu-sparkassenfusionsgespraechen-entscheidungen-fruehestens-im-september\/","title":{"rendered":"Kreisausschuss-Sondersitzung zu Sparkassenfusionsgespr\u00e4chen   &#8211;   Entscheidungen fr\u00fchestens im September"},"content":{"rendered":"<p><strong>G\u00fctersloh.<\/strong> In einer Sondersitzung des Kreisausschusses informierten am Dienstagnachmittag Landrat Sven-Georg Adenauer sowie die Vorst\u00e4nde der Kreissparkasse Halle (Westf.), Henning Bauer, der Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck, Werner Twent, und Thorsten Helbig von der Zeb den Kreistagspolitikerinnen und -politikern \u00fcber die laufenden, ergebnisoffenen Sondierungsgespr\u00e4che zwischen beiden Instituten. Die Zeb mit Hauptsitz in M\u00fcnster ist eine auf den Finanzsektor spezialisierte Beratungsfirma, die die Gespr\u00e4che zwischen den beiden Kreissparkassen begleitet. Entscheidungen \u00fcber eine m\u00f6gliche Fusion beider H\u00e4user w\u00fcrden fr\u00fchestens im September f\u00e4llig, so Helbig \u00fcber den zweistufigen Zeitplan. Aktuell sei man in Phase 1. Entscheiden m\u00fcssen am Ende die Gremien der beiden Tr\u00e4ger, also der Kreistag und der Stadtrat Rheda-Wiedenbr\u00fcck. Der Kreis G\u00fctersloh ist zu 100 Prozent Tr\u00e4ger der Kreissparkasse Halle (Westf.), zu 70 Prozent bei der Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck, die restlichen 30 Prozent h\u00e4lt die Stadt Rheda-Wiedenbr\u00fcck. Landrat Adenauer ist Verwaltungsratsvorsitzender in Halle (Westf.), in Wiedenbr\u00fcck geh\u00f6rt er dem Verwaltungsrat an, Vorsitzender ist hier Kreistagsmitglied Klaus Dirks (CDU). Grunds\u00e4tzlich wohlwollende Signale was die laufenden Fusionsgespr\u00e4che angeht gab es nach zwei Stunden Sitzung von Seiten der CDU, der GR\u00dcNEN, der FDP, der FWG\/UWG sowie der AfD. Vorbehalte kamen aus den Reihen der SPD.<\/p>\n<p>Neben den bereits kommunizierten Gr\u00fcnden f\u00fcr die Fusionsgespr\u00e4che, die sich bei den genossenschaftlichen Instituten und den Sparkassen bundesweit gleichen, stand unter anderem die Partnerwahl im Mittelpunkt der Sitzung. Die Kreisausschussmitglieder fragten etwa nach Gr\u00fcnden, warum ausgerechnet die Kreissparkassen Gespr\u00e4che f\u00fchrten, deren Gesch\u00e4ftsgebiete nicht l\u00fcckenlos nebeneinander l\u00e4gen, die Sparkasse G\u00fctersloh-Rietberg-Versmold aber au\u00dfen vor sei. Landrat Adenauer erkl\u00e4rte, dass 2021 die Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck allen anderen Sparkassen im Kreis G\u00fctersloh ein Gespr\u00e4chsangebot gemacht habe, aber lediglich Halle sich ger\u00fchrt habe. 2017 hatte der Landrat bereits mit einer Informationsveranstaltung f\u00fcr eine gro\u00dfe Sparkasse im Kreis geworben, erste Gespr\u00e4chsangebote aus Wiedenbr\u00fcck 2019 waren zun\u00e4chst im Sande verlaufen. Nach Aufnahme der jetzt laufenden Gespr\u00e4che zwischen den beiden Kreissparkassen habe sich auch G\u00fctersloh-Rietberg-Versmold gemeldet, berichtet Bauer. Aber eben nur in Halle, nicht in Wiedenbr\u00fcck. Dies habe man nicht weiter verfolgt mit dem Hinweis, dass man sich bereits in vertraulichen Gespr\u00e4chen mit Wiedenbr\u00fcck befinde.<\/p>\n<p>Historischer Exkurs am Rande: Twent erinnerte daran, wie es dazu kam, dass jetzt auch der Stadtrat Rheda-Wiedenbr\u00fcck \u00fcber eine m\u00f6gliche Fusion mitentscheidet. Verantwortlich daf\u00fcr ist indirekt das Land NRW, dass 1985 moniert habe, dass ein Kreis Tr\u00e4ger zweier Kreissparkassen sei. Um damals einer Zwangsfusion aus dem Weg zu gehen, habe man die verbrieften Sonderrechte der Stadt \u2013 die Stadtsparkassen Rheda und Wiedenbr\u00fcck waren in den 30er-beziehungsweise 40er-Jahren in der Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck aufgegangen \u2013 in Tr\u00e4geranteile umgem\u00fcnzt.<\/p>\n<p>Nach einer Vorstellung der beiden H\u00e4user in Zahlen erl\u00e4uterten Twent und Bauer die eigentlichen Gr\u00fcnde f\u00fcr die aufgenommen Gespr\u00e4che und den Fusionsdruck in der Branche, der nicht nur im Sparkassensektor landesweit herrsche, sondern auch bei den genossenschaftlichen Banken. Gerade die, so Bauer, h\u00e4tten sich in der Region bereits positioniert. Vier Gr\u00fcnde f\u00fchrten Bauer und Twent aus und erl\u00e4uterten sie im Wechsel: Unsicheres Marktumfeld \u2013 Stichwort unter anderem Zinsentwicklung \u2013, Fachkr\u00e4ftemangel beziehungsweise Arbeitgeberattraktivit\u00e4t, Nachhaltigkeit \u2013 die Finanzierung der gr\u00fcnen Transformation und die stark zugenommen Regulatorik. Zum letzteren: Die Regularien, die Kreditinstitute zu beachten h\u00e4tten, w\u00fcrden stetig zunehmen. Die Kosten seien von kleinen H\u00e4usern kaum noch aufzufangen, prozentual macht es kleinen Einheiten einen viel h\u00f6heren Kostenanteil aus. Ein Beispiel: Basel 1, ein Regelwerk zur Kreditvergabe, kam noch mit 60 Seiten aus, Basel 3 bringe es auf 6.400. Zum Fachkr\u00e4ftemangel: Rund 30 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden die Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck in den n\u00e4chsten sechs bis sieben Jahren verlassen, die H\u00e4lfte der Kolleginnen und Kollegen sei \u00fcber 50 Jahre alt. In einer gr\u00f6\u00dferen Einheit mit besseren beruflichen Perspektiven f\u00fcr den Einzelnen k\u00f6nne man leichter Fachkr\u00e4fte anwerben. Man verspreche sich durch einen Zusammenschluss auch ein Plus an Arbeitgeberattraktivit\u00e4t. Was die Finanzierung der gr\u00fcnen Transformation angeht, erl\u00e4uterten die Vorst\u00e4nde, dass es ein mehr an Eigenkapital Bedarfe, um diesen mitzugestalten. Auch das spr\u00e4che f\u00fcr einen Zusammenschluss.<\/p>\n<p><u>Zum Thema: Die Kreissparkassen in Zahlen<\/u><\/p>\n<p>Die Kreissparkasse Halle (Westf.) kommt auf eine Bilanzsumme von knapp 1,4 Milliarden Euro (2021). 187 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen Kundinnen und Kunden in Borgholzhausen, Halle (Westf.), Steinhagen und Werther (Westf.), 61.998 Einwohnerinnen und Einwohner leben im Gesch\u00e4ftsgebiet, das Institut betreut 85.000 Kundenkonten, es gibt vier Filialen und vier SB-Standorte. Die Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck kommt auf eine Bilanzsumme von knapp 3,4 Milliarden Euro (2021). 318 Personen z\u00e4hlt die Belegschaft, verteilt auf acht Filialen, es gibt einen SB-Standort. Das Gesch\u00e4ftsgebiet mit 125.689 Einwohnerinnen und Einwohnern umfasst Herzebrock-Clarholz, Langenberg, Rheda-Wiedenbr\u00fcck, Schlo\u00df Holte-Stukenbrock und Verl. 197.000 Kundenkonten betreut die Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>G\u00fctersloh. In einer Sondersitzung des Kreisausschusses informierten am Dienstagnachmittag Landrat Sven-Georg Adenauer sowie die Vorst\u00e4nde der Kreissparkasse Halle (Westf.), Henning Bauer, der Kreissparkasse Wiedenbr\u00fcck, Werner Twent, und Thorsten Helbig von der Zeb den Kreistagspolitikerinnen und -politikern \u00fcber die laufenden, ergebnisoffenen Sondierungsgespr\u00e4che zwischen beiden Instituten. 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