Notfallmedizin: In Sekunden die richtigen Entscheidungen treffen

Im Klinikum Gütersloh haben sich am Samstag Mediziner, Rettungsdienstler und Pflegekräfte aus der Notfallmedizin getroffen, um über zentrale Fragen moderner Notfallmedizin zu diskutieren. Die Veranstaltung hat durch ihre große Bandbreite beeindruckt: Von seltenen Diagnosen, die jeder Notfallmediziner kennen sollte bis hin zur Wundversorgung an der ukrainischen Front.

„Notfallmedizin bedeutet, in sehr kurzer Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen und dafür wollen wir mit dieser Veranstaltung unseren Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst und in der Notfallmedizin das beste Rüstzeug an die Hand geben“, sagt Dr. med. Udo Schniedermeier, Chefarzt des Zentrums für Akut- und Notfallmedizin des Klinikums Gütersloh. Beim Symposium Notfallmedizin 2026 im Klinikum Gütersloh sind am Samstag zahlreiche Notfallmedizinerinnen und -mediziner, Rettungs- und Pflegekräfte zusammengekommen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und praktische Fertigkeiten in der Notfallversorgung fortzubilden und auszutauschen.

Das abwechslungsreiche Vortragsprogramm hat einen weiten Bogen gespannt: Von Ausnahme-Diagnosen, die jeder Notfallmediziner kennen sollte, über Besonderheiten bei Kindern im Notfall bis hin zu  Verletzungen von Wirbelsäule und Becken. Besonders eindrucksvoll waren die Einblicke von Diana Podolska in die Verwundetenversorgung an der ukrainischen Front. Ihre Erfahrungen aus einem Kriegsgebiet haben deutlich gemacht, welche Bedeutung Notfallversorgung und schnelle medizinische Entscheidungen unter extremen Bedingungen haben und unter welchen brutalen Bedingungen die Menschen dort kämpfen und sterben.

Mit großem Interesse wurde auch der Vortrag von Nick Sarajan über den Umgang mit Tasern aufgenommen, die für die deutsche Bundespolizei bereits zugelassen sind. Im Vortrag ging es um ihre medizinischen Auswirkungen und die Anforderungen an die Notfallversorgung nach einem Taser-Einsatz.

Am Nachmittag stand die praktische Ausbildung im Mittelpunkt. In drei Workshops konnten die Teilnehmenden wichtige Fertigkeiten trainieren und vertiefen. Unter der Leitung von Dr. med. Philipp Bula, ärztlicher Direktor des Klinikums Gütersloh und Chefarzt der Unfallchirurgie, haben die Teilnehmenden Immobilisationstechniken trainiert. Mit diesen kann man einzelne Körperteile, wie beispielsweise die Wirbelsäule, ruhig stellen, um weitere Schäden zu vermeiden. Dr. med. Bernd Strickmann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Gütersloh, hat praktische Schritte beim Luftröhrenschnitt als lebensrettende Notfallmaßnahme vermittelt. Im Workshop von Nick Sarajan konnten die Teilnehmenden die Versorgung nach einem Taser-Einsatz anhand realistischer Simulationen trainieren.

Das durchweg positive Feedback der Teilnehmenden bestätigte den hohen Stellenwert des Symposiums als regionales Fortbildungsforum für die Notfallmedizin. Dr. Udo Schniedermeier: „Die große Resonanz und die engagierten Diskussionen haben erneut gezeigt, wie wichtig interdisziplinäre Fortbildungsformate für die Qualität der Notfallversorgung sind, das werden wir im kommenden Jahr wiederholen.“

Notfallmedizin: Entscheidungen unter Zeitdruck

Foto:Klinikum Gütersloh